Digitale Anzeiger ersetzen Fahrplanaushänge

von s.fusshoeller-kleinert

Neuer digitaler Fahrplananzeiger in Kerpen-Brüggen an der Haltestelle „Am alten Bahnhof“, © REVG

Eingeweiht wurde der Anzeiger von (v. r.):

Walter Reinarz, Geschäftsführer der REVG; Marcus Stéen, Axentia Technologies AB, Gregor Golland, Aufsichtsratsvorsitzender der REVG, Gudrun Baer, 1. stellvertretende Landrätin des Rhein-Erft-Kreises, Thomas Jurczyk, Bürgermeister der Stadt Kerpen, Verena Schuster, Projektleiterin "Digitale Haltestelle" und Geschäftsbereichsleiterin Kommunikation & Entwicklung der REVG und Manuel Dölle, Fachbereichsleiter Verkehrsmanagement der REVG.

 

 

Der Startschuss zur Modernisierung der Haltestellen der REVG im gesamten Bedienungsgebiet ist gefallen.
Am 22. April 2026 stellt die REVG an der Haltestelle „Am alten Bahnhof“ in Kerpen-Brüggen mit Bürgermeister Thomas Jurczyk die digitalen Fahrplananzeiger und deren Bedienung vor.

 

Kerpen – Die Modernisierung der Haltestellen im Rhein-Erft-Kreis nimmt konkrete Formen an: In der ersten Baustufe werden derzeit 500 Haltestellenstelen und -masten – beginnend in Kerpen – schrittweise mit digitalen Fahrgastinformationssystemen ausgestattet. Die Arbeiten sollen bis November 2026 abgeschlossen sein. Im Anschluss soll das Projekt möglichst nahtlos in weiteren Ausbaustufen fortgeführt werden. Insgesamt ist beabsichtigt, bis zu 1 400 Haltestellen im Rhein-Erft-Kreis digital umzurüsten.

Dabei werden die bestehenden Anlagen durch neue Masten und moderne Haltestellenschilder („Wing Easy“) ersetzt. Gedruckte Fahrpläne auf Papier gehören dann der Vergangenheit an. Moderne, solarbetriebene 13-Zoll-Anzeiger liefern alle relevanten Fahrgastinformationen. Die stabilen Gehäuse sind wetterfest und vandalismusgeschützt.

„Der Start der Bauarbeiten ist ein wichtiger Meilenstein für eine verbesserte und attraktive Kundeninformation im Rhein-Erft-Kreis“, erläutert REVG-Geschäftsführer Walter Reinarz. „Unsere Fahrgäste profitieren von der neuen Servicequalität durch Echtzeitinformationen und aktuelle Störmeldungen direkt an der Haltestelle.“ Bislang waren diese Informationen an der Haltestelle nur für Personen mit Smartphone und Internetzugang verfügbar. Durch die minutengenaue Anzeige der nächsten Abfahrt werden Verspätungen oder Ausfälle transparenter, Störungsmeldungen geben eine bessere Orientierung bei der Routenplanung.

Geschäftsführer Martin Gawrisch ergänzt: „Die Anzeiger sind barrierefrei und bieten insbesondere Menschen mit Sehbeeinträchtigungen einen leichten Zugang zu den Informationen.“

Über vier Funktionstasten können Fahrgäste die Live-Abfahrtszeiten, Tarifinformationen sowie Meldungen zu betrieblichen Änderungen wie Umleitungen oder Störungen abrufen. Die integrierte Text-to-Speech-Funktion liest auf Anforderung die nächsten Abfahrtszeiten vor.

Aktualisierungen bei Fahrplanwechseln erfolgen in Zukunft zentral und können in kürzester Zeit auf alle Anzeiger übertragen werden – Fahrgäste sind damit jederzeit aktuell und in Echtzeit informiert.

Bis zur Jahresmitte ist die Anbindung an das Modulare Warnsystem (MoWaS) vorgesehen. „Die Möglichkeit, Haltestellen künftig auch als Informationspunkte in Krisensituationen zu nutzen, ist ein großer Fortschritt für die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung im Rhein-Erft-Kreis“, sagt Gregor Golland, Aufsichtsratsvorsitzender der REVG.

Schnelle und zielgerichtete Informationen zu akuten Gefahren- und Warnmeldungen können zum Beispiel bei Unwetterlagen, Großbränden mit Rauchentwicklung, Bombenentschärfungen oder notwendigen Evakuierungen erfolgen. Ziel ist es, sofort Aufmerksamkeit zu erzeugen und der Bevölkerung erste klare Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben.

Die Displays werden mit Solarenergie betrieben und zeichnen sich durch einen besonders niedrigen Energieverbrauch aus. Dies ermöglicht nicht nur einen nachhaltigen Betrieb, sondern auch eine schnelle und flexible Installation ohne aufwendige Tiefbaumaßnahmen.

Im vergangenen Jahr hat das schwedische Unternehmen Axentia Technologies AB den Auftrag für die digitalen Haltestellen erhalten. Das Unternehmen ist im Rhein-Erft-Kreis bereits bekannt. Baugleiche Displays sind bei den Stadtwerken Hürth und Wesseling im Einsatz und mit dem System der REVG kompatibel. „Wir freuen uns, gemeinsam mit der REVG dieses zukunftsweisende Projekt nun in die Umsetzung zu bringen“, sagt Marcus Stéen, Area Sales Manager bei Axentia Technologies AB. „Unsere E-Paper-Lösungen stehen für eine zuverlässige, nachhaltige und kosteneffiziente Modernisierung von Haltestellen und zeigen, wie digitale Infrastruktur im öffentlichen Raum effizient realisiert werden kann.“

Das Projekt hat ein Kostenvolumen von neun Millionen Euro. Für die erste Baustufe wurde ein Förderantrag bei go.Rheinland gestellt. Darüber hinaus wurden bereits Einplanungsanträge für die weiteren vorgesehenen Baustufen eingereicht.

Einweihung der Haltestelle in Kerpen-Brüggen am 22.04.2026

Verena Schuster, Projektleiterin der REVG, erklärt die Informationen auf dem digitalen Anzeiger.